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Historie des Textildrucks bis 1970
Textildruck und -herstellung waren bis vor 20 Jahren räumlich
sehr eng miteinander verbunden. Dort, wo man Textilien herstellte,
wurden diese auch unmittelbar bedruckt. Der Textildruck selbst ist in
industrieller Form ca. 40 - 50 Jahre alt. Mit der Entwicklung
hochleistungsfähiger Rundstrickmaschinen entwickelte sich auch der
Textildruck. In großen Mengen konnten nun Single-Jersey-Textilstoff
hergestellt werden, aus denen hauptsächlich Unterwäsche
produziert wurde.
Unterwäsche mit kleinen Mustern zu versehen war bis
zum Beginn des industriellen Siebdrucks nur kostenaufwendig mit
Jacquard-Strickerei möglich. Mit Siebdruck konnten nun Textilien
als Meterware preisgünstig bedruckt werden. Anfangs mit
Flachsiebdruck mit Flachschablonen, später dann im
Rotationssiebdruckverfahren. Darüber hinaus hat sich
bis heute noch das sogenannte Rolleaux-Druckverfahren mit
gravierten Walzen erhalten.
Die Textildesigner begannen Anfang der 70er Jahre mit
Motiven, die nur partiell auf die Textilien aufgebracht sein
sollten, z.B. nur auf dem Vorderteil eines Unterhemdes. Durch
diese neue Mode war der Meterwarendruck unwirtschaftlich und man
begann Textilzuschnitte vor der Konfektion zu bedrucken. Fast
jedes europäische Land hatte eine heimische Textilindustrie,
in welcher die Textilien von der Garnherstellung bis zum fertigen
Textilstück produziert wurden. So war es naheliegend, die
Textilzuschnitte, mit entsprechenden Mustern im Siebdruckverfahren
zu bedrucken. Bis Anfang 1970 wurden diese Zuschnitt-Teile in den
Textilfirmen meist auf langen Tischen manuell bedruckt. Zu Beginn
der 70er Jahre wurden die ersten Karusselldruckmaschinen Europas
in Deutschland entwickelt. Hiermit konnten nun die Zuschnitte rationell
automatisch bedruckt werden. Bis etwa 1980 boomte der
europäische Textildruck in Verbindung mit der europäischen
Textilindustrie. In allen textilherstellenden Ländern
wurden mit Karussellmaschinen Textilzuschnitte bedruckt.
Textildruck in den USA
Parallel zu der Entwicklung Europas bedruckten die Amerikaner,
fertig konfektionierte Textilien (T-Shirts). In diesem Fall
handelte es sich weniger um Modedrucke, sondern um Bilder,
Werbeaussagen, Comics etc. Diese amerikanische Idee hielt Anfangs 1970 ihren
Einzug nach Europa zunächst über England, Schweden und
Frankreich. Diese Länder waren, was die Motive anbelangte
schon sehr früh USA-orientiert.
In diesen Ländern begann also der Textildruck auf fertig
konfektionierter Ware, also auf T-Shirts. Als Druckpasten wurden
ausschließlich Plastisole verwendet. Das Druckverfahren war einfach,
man brauchte nur kleine IR-Trockner zum Fixieren der Plastisole.
Die Drucke waren seinerzeit noch sehr "gummiartig" und
wurden in dieser Art vom deutschen Markt nicht akzeptiert. Die
Qualität der Plastisole und die Technik der Filmherstellung und des
Druckens hat sich jedoch verändert und wesentlich verbessert,
somit wurde dieses Hindernis mit Bravour genommen.
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